Diese Domain können Sie evtl. kaufen oder mieten. Bitte informieren Sie sich unter www.klasse-domains.de

Flusskrebs, wahrscheinlich kein Edelkrebs, sondern ein Sumpfkrebs

Krebse -

hochgeschätzt auf der Speisenkarte
von exklusiven Restaurants,
aber im Freiland sind einige Arten stark gefährdet

Krebse bilden eine artenreiche Gruppe in der Tierwelt, die sich durch eine grosse Formenvielfalt auszeichnet: Von winzigen Arten, von denen sich viele im sog. Krill finden bis zu riesigen "Seespinnen" mit fast 3 m Spannweite ist bei den etwa 40.000 - 50.000 Krebsarten so ziemlich alles zu finden. Insbes. die kleinen und kleinsten Formen sind - zusammen mit Algen - die Nahrungsgrundlage für den Fischreichtum der Meere. Von den Asseln - eine der wenigen Gattungen, die an Land leben und die ebenfalls zu den Krebsen gehören, kennen wir die Kellerassel als Nützling im Garten. Krebse haben eine enorme ökologische Bedeutung.

Krebse.info konzentriert sich allerdings auf die Aspekte, die einen direkten wirtschaftlichen Nutzen haben. Insbes. erfahren Sie auf krebse.info alles über die Zucht und Verwertung von Speisekrebsen, die taxonomisch zu den Höheren Krebsen (Malacostraca) gehören. Neben den im Salzwasser lebenden Speisekrebsarten wie Hummer, Languste und Garnele werden in Deutschland vor allem Flusskrebse verzehrt, insbes. der Europäische Flusskrebs oder Edelkrebs (Astacus astacus). Dieser Art, ihrer Haltung, Zucht und Verwertung werden wir deshalb die grösste Aufmerksamkeit schenken.

Unser Flusskrebs kommt in fast ganz Europa vor (nicht auf der Iberischen Halbinsel und auf Irland), ist allerdings in vielen Gegenden Europas in seinem Freilandbestand stark bedroht und z.t. auch schon ausgestorben. Auch in Deutschland ist der Bestand in freier Wildbahn so stark zurückgegangen, dass er in vielen Gegenden aktuell verschwunden zu sein scheint. Da sich der Naturschutzgedanke aber immer stärker verbreitet und auch immer wieder relativ saubere Gewässer entstehen, werden in verschiedenen Gegenden Wiederansiedlungsprojekte vorangetrieben. Die Verbreitung von Krebszuchtbetrieben, die ggf. auch Tiere zur Auswilderung zur Verfügung stellen können, fördert den Wiederansiedlungsgedanken.

Zur Biologie des Europäischen Flusskrebses:
Der Europäische Flusskrebs oder Edelkrebs (Astacus astacus) ist der größte unter den in Europa heimischen Süsswasserkrebsen: Männliche Tiere können bis zu 200 g wiegen, Weibchen sind etwa halb so schwer. Die Krebse erreichen dann etwa 12 bis fast 20 cm Länge. Sie werden 15 bis 20 Jahre alt - ein beträchtliches Alter für die doch eher kleinen Tiere.

Fischotter

In freier Wildbahn leben sie zwischen den Steinen und dem Wurzelwerk der Uferregionen ruhig fliessender und stehender, sauberer Gewässer, wie wir sie z.B. in Mecklenburg-Vorpommern vorfinden. Diesen Lebensraum teilt er sich allerdings mit Fressfeinden wie dem Fischotter, der sehr geschickt beim Erbeuten von Flusskrebsen ist. Der Edelkrebs ist dämmerungs- bzw. nachtaktiv und ernährt sich von allem, was er erreichen kann: Wasserinsekten und Würmer, Schnecken und kleine Fische sind eine beliebte, wenn auch z.T. schwierig zu erbeutende Nahrung, Aas und Pflanzenreste tun es aber auch.

Gefährdung:

Die Bestandverluste lassen sich auf folgende Faktoren zurückführen:
Von entscheidender Bedeutung dürfte die Biotopzerstörung sein - durch die Ausräumung und Begradigung der Gewässer erfhöht sich die Fliessgeschwindigkeit und es fehlt an Verstecken. Kleinstgewässer wie z.B. offene Wiesengräben sind weitgehend verschwunden und der Grundwasserspiegel der Ländereien wurde in der Vergangenheit ohne Rücksicht auf Flora und Fauna gesenkt.

Edelkrebs in Spreisekrebsgroesse

Allerdings fällt auf, dass die Art auch in Landschaften verschwunden ist, die dem Edelkrebs eigentlich gute Bedingungen zu bieten scheinen. So gibt es z.B. in der Mecklenburgischen Seenlandschaft unzählige Lebensräume, die den Krebsen eigentlich gefallen müssten. Doch auch hier sind sie selten. Noch vor 200 Jahren soll es sie in praktisch jedem Strassengraben gegeben haben - die Tiere scheinen also keineswegs übermässig anspruchsvoll zu sein. Man muss deshalb auch andere Faktoren verantwortlich machen.

Auch das Absammeln durch den Menschen kann heute wohl nicht als bestandsentscheidend angesehen werden, denn die Tiere sind streng geschützt und es ist unwahrscheinlich, dass sich an unseren Gewässern Scharen von Krebssammlern rumtreiben, ohne dass das jemand merkt. Es würde sich auch kaum lohnen, denn die Jagd ist mühselig und die Beute kann man einfacher im Geschäft bzw. bei gewerblichen Krebszuchten kaufen.

Damit wollen wir nicht ausschliessen, dass die geringen vorhandenen Bestände tatsächlich auch durch den Fang gestört werden können. Ganz sicherlich werden trotz des deutschlandweiten Verbots jeglicher Störung der einheimischen Populationen durch das Fangen der Art immer wieder Populationen vernichtet bzw. in ihrer natürlichen Entwicklung gestört. Das erklärt aber eben nicht, warum der Edelkrebs sich nicht stärker ausbreitet in solchen Biotopen, die ihm eigentlich zusagen müssten und die ziemlich gut geschützt sind.

Eine wichtige Rolle bei der Dezimierung der Freilandbestände des Edelkrebses spielen sicherlich die Fressfeinde. Die einheimischen Raubfische - Barsch und Zander, vor allem aber der Aal - sind böse Räuber; in geringem Umfang wohl auch Reiher, Fischotter und Schwarzstorch. Insbesondere die beiden letztgenannten sind aber selbst sehr seltene Vertreter unserer heimischen Fauna. Allerdings ist der Fischotter tatsächlich ein Krebs-Liebhaber und auch in der Lage, mit adulten Exemplaren kurzen Prozess zu machen. Der gefährlichste Fressfeind aber scheint wirklich der Aal zu sein, vor allem weil er den jungen Krebsen auch in ihre Verstecke folgen kann. Aale werden in riesigen Mengen in den Teichwirtschaften und den Angelgewässern ausgesetzt.

So könnte man also zu dem Schluss kommen, dass es vor allem die Krebspest sein muss, die einer Verbreitung des Edelkrebses entgegen steht. Dies ist auch tatsächlich ein beliebter Schluss. Dem Verfasser allerdings ist diese Lösung dann doch zu einfach: Wieso ist dann nicht der amerikanische Flusskrebs (Kamberkrebs) massenhaft in unseren Gewässern zu finden? Er kommt mit dem Erreger der Krebspest (ein Fadenpilz mit dem Namen Aphanomyces astaci) nämlich recht gut zurecht:

Die Bedrohung durch den Kamberkrebs (Orconectes limosus), eine amerikanische Flusskrebsart, geschieht auf zweierlei Weg: Erstens verbreiten Kamberkrebse die gefürchtete Krebspest, eine Pilzerkrankung, gegen die unsere einheimischen Edelkrebse sehr anfällig sind, die aber den amerikanischen Verwandten weitaus weniger schadet. Durch die Krebspest können selbst stabil geglaubte Edelkrebs-Populationen in kurzer Zeit zusammenbrechen.

Unterschiedlich von den Wissenschaftlern wird dabei die Frage diskutiert, ob der Kamberkrebs eher der Verbreiter und die Ursache dieser Entwicklung ist.

Zweitens wird dadurch selbst in Biotopen, die eigentlich durchaus noch als Lebensraum für Astacus astacus geeignet sind, die Art durch die widerstandfähigeren Kamberkrebse verdrängt. Hier spielt sich im Wasser also das gleiche Problem ab, das wir bei der Verdrängung des Nerzes durch den amerikanischen Mink kennen.

Aber auch diese Erklärung erscheint dem Verfasser unzureichend, denn es müsste dann (wie oben schon erwähnt) viel grössere Bestände des Kamberkrebses geben.

Ein bisher wohl kaum untersuchter Aspekt ist die Populationsdichte: Die Erfahrungen aus der Krebszucht deuten darauf hin, dass eine hohe Populationsdichte zu einer stärkeren Fortpflanzungstätigkeit der Tiere führt. Auch die Besiedlung neuer Reviere - für die beweglichen Tiere eigentlich kein Problem - scheint erst bei einem sehr hohen Populationsdruck einzusetzen.

Die praktische Konsequenz aus dieser Überlegung hiesse, bei Wiederansiedlungsversuchen nicht breit zu streuen, sondern in geeigneten Biotopen möglichst viele Exemplare auf möglichst engem Raum auszusetzen.

Bis zur Fertigstellung unserer WebSite über Krebse können wir Sie leider nur an unsere Werbepartner verweisen. Sollten Sie hier nicht fündig werden, wird Ihnen dieses "Google"-Suchfeld helfen:

Google

Die Angeben auf dieser WebSite sind sorgfältig recherchiert bzw. beruhen auf praktischen Erfahrungen. Zum Teil stellen sie die persönliche Auffassung des Verfassers dar; diese Passagen sollen vor allem die Diskussion anregen. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Informationen können wir jedoch nicht übernehmen.
Einige wichtige mit dieser Seite verbundene Projekte sind

schnecken.net urlaubsseiten.de korallen.net papageien.biz nordseeseiten.de naturwunder.de teufelskralle.de airport1x1.com
Weitere Projekte erreichen Sie über verbundene_seiten.html

Bitte beachten Sie auch: entdecke-deutschland.de info-mauritius.de korfuurlaub.de kuba-urlaub.de reiseland-spanien.de
Impressum (oder unter hitworld.de)

nach oben